Öko-Feldtage 2023 erstmals in Baden-Württemberg

2023 werden die Öko-Feldtage erstmals in Baden-Württemberg ihre Tore öffnen. Am 3. März 2021 fand ein Arbeitstreffen am neuen Veranstaltungsort, dem Biohof Grieshaber & Schmid in Ditzingen bei Stuttgart statt, an dem auch Landwirtschaftsminister Peter Hauk teilnahm. Er unterzeichnete eine Grundsatzvereinbarung mit dem Hof und der FiBL Projekte GmbH, sodass die Öko-Feldtage 2023 ab sofort weiter in die Detailplanung gehen können.

Öko-Feldtage vom 22.-24. Juni 2021 auf dem Gladbacherhof abgesagt. Wir prüfen aktuell, die Öko-Feldtage auf 2022 zu verlegen.

Aufgrund der aktuellen Pandemielage müssen wir die Öko-Feldtage 2021 leider absagen. Diese Entscheidung fiel uns schwer, erfolgt jedoch aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes und in Abstimmung aller Mitveranstaltenden.

Demoparzellen ausgesät

In den letzten Wochen haben unsere Versuchstechniker circa 800 Parzellen ausgesät: sowohl für die Ausstellenden als auch für die Justus-Liebig-Universität Gießen, den Dauerversuch Ackerbau, die Landessortenversuche und Leistungsprüfungen. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Wintergetreide wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale sowie Winterungen von Körnerleguminosen wie Ackerbohne, Erbse und einige Gemenge.

Sichere Öko-Feldtage

Das Winterhalbjahr mit steigenden Infektionszahlen verunsichert alle Veranstaltenden und Ausstellenden. „Wir gehen davon aus, dass die Situation im Sommer 2021 wieder besser aussieht und die Öko-Feldtage am 23. und 24. Juni 2021 live auf dem Gladbacherhof erfolgen“, sagt Projektleiter Carsten Veller und erklärt gleich warum.

Pappeln & Co. kräftig gewachsen

Trotz des trockenen Sommers haben auf dem Agroforstschlag fast alle Bäumchen überlebt, wenige Ausfälle gibt es lediglich bei den Pappeln. Manche der mit Wurzeln gepflanzten Wertholzbäume haben seit Ende Februar schon über einen Meter zugelegt, die stärksten Pappeln sogar ca. 2,5 Meter.

Universität Gießen präsentiert sich vielfältig auf Öko-Feldtagen

Prof. Dr. Andreas Gattinger ist wissenschaftlicher Leiter des Lehr- und Versuchsbetriebs Gladbacherhof und lehrt an der Justus-Liebig-Universität Gießen am Fachbereich Ökologischer Landbau mit Schwerpunkt nachhaltige Bodennutzung. Im Interview sagt er, welche Aktivitäten die Uni auf den Öko-Feldtagen 2021 plant.

Forschung: Wie wirkt Agroforst?

Klimaschutz und -anpassung ist ein wichtiges Thema der Praxisforschung auf dem Gladbacherhof und auf den Öko-Feldtagen 2021. Eine in diesem Frühjahr neu angepflanzte Agroforstfläche soll Erkenntnisse darüber bringen, wie sich linienförmige Pflanzungen von verschiedenen Baumarten wie Apfel, Pappel, Speierling, Elsbeere, Walnuss und Wildkirsche sowie Sträuchern wie Holunder auf Ackerstandorten auswirken. Untersucht wird unter anderem, ob die tiefwurzelnden Bäume und Sträucher die Bodenerosion auf stark geneigten Hangflächen verringern können.

Gladbacherhof: Forschungs- und Wirtschaftsbetrieb

Gladbacherhof: Forschungs- und Wirtschaftsbetrieb

Unsere Fotografin war Mitte Juni auf der Hessischen Staatsdomäne Gladbacherhof unterwegs und hat viele Eindrücke festgehalten. Machen auch Sie sich ein Bild vom Hofgut.

  • Der Lehr- und Versuchsbetrieb der Justus-Liebig-Universität Gießen hat viele Forschungsfelder. Lehre und Forschung ist seine Hauptaufgabe. Der landwirtschaftliche Betrieb selbst muss jedoch wirtschaftlich arbeiten.

  • Die Mittelgebirgslage der Hessischen Staatsdomäne Gladbacherhof ist ein typischer Standort für Ökolandbau mit Dauergrünland, Feldfutterbau und Ackerbau. Die Hänge sind erosionsgefährdet. Wissenschaftler*innen erforschen deshalb, mit welchen Methoden die Erosion verhindert bzw. gemildert werden kann.

  • Klimaschutz und -anpassung ist ein wichtiges Thema der Praxisforschung auf dem Gladbacherhof und auf den Öko-Feldtagen 2021. Eine in diesem Frühjahr neu angepflanzte Agroforstfläche soll Erkenntnisse darüber bringen, wie sich Pflanzungen von verschiedensten Bäumen auf den Acker auswirken.

  • Verschiedenste Bäume wie zum Beispiel Pappeln, Apfel- und Birnbäume sowie Eisbeere sollen den Boden mit ihren Wurzeln vor Erosion schützen und Nützlinge anlocken. Derzeit stehen Ackerbohnen auf der Fläche.

  • Der Gladbacherhof ist spezialisiert auf die Saatguterzeugung von Weizen, Roggen, Gerste und Triticale als Sommerung wie Winterung. Die Ware wird hofeigen gereinigt und aufbereitet und an Biobetriebe in Hessen, Deutschland, aber auch ins europäische Ausland vermarktet.

  • Bei Weizensorten wird immer häufiger Grannenweizen nachgefragt. Er schmeckt den Wildschweinen nicht, die ansonsten häufig große Schäden anrichten und ist zudem resistenter gegen Trockenheit.

  • Zwei Herden schwarz-bunter Milchkühe, insgesamt 90 Tiere, leben auf dem Gladbacherhof. Von Frühjahr bis zum Herbst stehen sie jeden Tag auf dem hofnahen Dauergrünland. Die weibliche Nachzucht verbleibt auf dem Hof, oder wird als Zuchtvieh an andere Biobetriebe verkauft. Die Milchleistung liegt bei 8.500 Litern pro Jahr. Mehr noch zählt die Lebensleistung der Tiere.

  • Kartoffeln der Sorte Goldmarie und Soraya bekommen auf Dämmen besonders viel Sonne ab. Die Unkrautregulierung erfolgt mit Hacke und Striegel. Vier Hektar ergeben eine Ernte von circa 120 Tonnen. Ein Großteil dient als Saatgut und Kunden des Hofladens können sie kaufen und kosten.

  • Im schon 23 Jahre dauernden Ackerbauversuch erproben Versuchstechniker und Versuchstechnikerinnen wie sich verschiedene Fruchtfolgen, Düngetechniken und Bodenbearbeitung auf die Bodenfruchtbarkeit und den Humusgehalt auswirken. Wichtigste Erkenntnisse: Die viehlose Fruchtfolge führt zu Humusabbau; die pfluglose Bearbeitung führt zu 10 % Minderertrag. Foto: Franz Schulz

  • Seit sechs Jahren finden Landessortenversuche für Weizen und Soja auf dem Gladbacherhof statt. Als Auftragsarbeit führen die Nordhessen noch weitere Sortenversuche durch, beispielsweise eine Leistungsprüfung für den Dottenfelderhof bei Frankfurt.

  • Ein weiteres Forschungsgebiet: die Humuswirkungen von Körnerleguminosen. Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen und Soja werden mit Weizen verglichen. Die Wissenschaftler*innen untersuchen, wie viel Stickstoff in den einzelnen Kulturen im Boden verbleibt, wie die Wurzeln die Bodengare beeinflussen und wie die Nährstoffe verfügbar sind.

  • Im Projekt „Soja on Top“ steht die Soja zwischen Winter- und Sommerweizen. Sie wird während der Vegetationsperiode in die bestehende Kultur eingesät. Ziel der Versuche ist es, ein Anbausystem zu entwickeln, das die Anbausicherheit für Soja erhöht und keinen zusätzlichen Flächenbedarf aufweist.

  • Weitere Vorteile von Soja on top: eine höhere Biodiversität und die Streuung des Risikos. Knifflig: Landwirt*innen müssen die beiden Kulturen gesondert ernten, was die Anpassung der vorhandenen Maschinen voraussetzt. Wie es geht, wird auf dem Gladbacherhof in verschiedenen Varianten erprobt.

  • Im Hofladen stehen hofeigene Kartoffeln und Apfelsaft sowie ein bunt gemischtes Zukaufangebot von weiteren Produkten, viele davon aus der Region, zum Verkauf. Das Fleisch von hofeigenen Kühen wird von einem regionalen Metzger verarbeitet und frisch sowie tiefgefroren in Teilstücken und als Salami, Schinken und Dauerfleisch angeboten.

Interview mit Betriebsleiter Johannes Eisert

Johannes Eisert ist seit Januar Betriebsleiter auf der Hessischen Staatdomäne Gladbacherhof. Im Interview erklärt er, warum der Hof sich bestens zur Austragung der Öko-Feldtage 2021 eignet. Die Mittelgebirgslage ist beispielsweise repräsentativ für viele Betriebe, die ökologisch wirtschaften. Gerade das macht ihn als Veranstaltungsort besonders spannend.

DLG-Feldtage verschoben

Die DLG-Feldtage wurden angesichts der Corona-Pandemie auf den 8. bis 10. Juni 2021 verschoben. Ausstellenden, die sowohl an den DLG-Feldtagen, als auch an den Öko-Feldtagen teilnehmen, wird die Anmeldegebühr der zweiten Veranstaltung erlassen. Sind Sie bereits bei den DLG-Feldtagen angemeldet, können Sie dies einfach in unserem Anmeldeformular angeben und Sie bekommen die Anmeldegebühr in Höhe von 300 Euro erlassen.