Save the date: 16.–17. Juni 2027, Bauckhof Amelinghausen in Niedersachsen.

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22. Oktober 2026

Vier Fragen an Ralf Weber und Friedemann Wecker

„Gastgeber und Schaufenster“

Die Öko-Feldtage 2027 finden auf dem Bauckhof in Amelinghausen, circa 60 Kilometer südlich von Hamburg, statt. Zur Bauck-Welt gehören noch der Bauckhof Klein-Süstedt und Bauckhof Stütensen sowie die Bauck Mühle, in der rund 50.000 Tonnen Bio-Getreide jährlich verarbeitet wird. Alle vier Betriebe sind Mitveranstaltende der Öko-Feldtage.

Wir haben mit Ralf Weber, Betriebsleiter des Bauckhofs Amelinghausen, und Friedemann Wecker, Geschäftsführung der Bauck Mühle, gesprochen, was der Event für sie bedeutet und wie sie die aktuelle Entwicklung von Bio sehen.

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Was war Euer erster Gedanke, als feststand: Die Öko-Feldtage kommen zu uns?

Ralf Weber: Es war auf jeden Fall eine Mischung aus Stolz und Respekt vor der Aufgabe. Zusätzlicher Ansporn war die Möglichkeit, als erster Demeterbetrieb diesen tollen Branchentreff ausrichten zu dürfen. Als ich von unserem Verbandsmitarbeiter gefragt worden bin, ob ich mir vorstellen könnte mich zu bewerben, hatte ich sofort ein komplettes Bild vor Augen. Für mich ist es auf jeden Fall eine einmalige Gelegenheit, den Besuchern die Vielfalt der Bauckhöfe und Bauck-Mühle zeigen zu können und zugleich war ich mir sicher, dass ich vor dieser Aufgabe nicht alleinstehe.

Friedemann Wecker: Mein erster Gedanke war: Das ist Anerkennung und Verantwortung zugleich. Dass die Öko-Feldtage erstmals auf einem Demeter-Betrieb stattfinden – und dann quasi vor unserer Haustür auf dem Bauckhof Amelinghausen – bringt die Debatte dorthin, wo sie hingehört: auf den Hof, in den Boden und in die Praxis. Für Landwirtinnen und Landwirte sowie für Menschen aus der Agrar- und Lebensmittelbranche ist das eine Einladung, nicht nur über Bio und Demeter zu sprechen, sondern sich konkrete Abläufe anzusehen: Wie arbeiten wir? Wie greifen Landwirtschaft, Tierhaltung, Käserei, Ackerbau, soziale Verantwortung und Verarbeitung ineinander? Amelinghausen ist dabei Gastgeber und zugleich Schaufenster. Gemeinsam mit den Bauckhöfen Klein Süstedt und Stütensen sowie der Bauck Mühle wollen wir zeigen, wie aus unterschiedlichen eigenständigen Bereichen eine gemeinsame Wertschöpfungsidee entsteht – vom Rohstoff bis zum Lebensmittel im Regal.

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Landwirtschaft und Verarbeitung gehören zusammen. Die Bauckhöfe und Bauck Mühle sind dafür bestes Beispiel. Was macht für Euch eine gelungene regionale Bio-Wertschöpfung aus?

RW: Als Bauer bin ich ja in erster Linie am liebsten Produzent. Ich genieße es, Ackerboden zu riechen, Felder zu bestellen und im Idealfall gelungene Ernten einzufahren. Damit das so funktionieren kann, bin ich auf stabile Wertschöpfungsketten angewiesen. Für mich ist wichtig, dass man sich regelmäßig auf Augenhöhe trifft und verbindliche Absprachen formuliert. Ein fairer Austausch über Preise und Kosten ist dabei wichtig. Auf dem Bauckhof in Amelinghausen sind wir mit den Hähnchen, Kartoffeln, Getreide und Saftgemüse in guten und lange gelebten Wertschöpfungsketten. Einzig bei der Milch sind wir Produzent und Verarbeiter.

FW: Für mich ist regionale Bio-Wertschöpfung mehr als ein möglichst kleiner Kilometer-Radius. Sie beginnt auf dem Acker, aber sie ist erst dann gelungen, wenn die Anforderungen der Landwirtschaft, die Möglichkeiten der Verarbeitung und die Erwartungen von Handel und Verbraucherinnen und Verbrauchern zusammenpassen. Das wird an konkreten Fragen sichtbar: Welche Qualität muss ein Rohstoff für die Mühle haben? Wie wird er verarbeitet? Welche Produkte lassen sich daraus wirtschaftlich und geschmacklich überzeugend machen? Bei Bauck sehen wir das in einer besonderen Form: Drei Höfe arbeiten eigenständig, haben unterschiedliche Aufgaben und bleiben dennoch durch gemeinsame Werte, Forschung und die Landbauforschungsgesellschaft ideell verbunden. Die Bauck Mühle übersetzt diese landwirtschaftliche Grundlage anschließend in Produkte, die Menschen im Alltag erreichen. Natürlich kann dabei nicht jeder Rohstoff aus der unmittelbaren Region kommen. Entscheidend sind deshalb Offenheit, Qualität und die Frage, wo Verantwortung und Wertschöpfung tatsächlich liegen. Am Ende muss ein Produkt gut schmecken, im Alltag funktionieren und Erzeugern wie Verarbeitern eine verlässliche Perspektive geben. Regionale Wertschöpfung ist für mich dann gelungen, wenn aus einem Rohstoff nicht nur ein Produkt, sondern eine Zukunftsperspektive für die Landwirtschaft entsteht.

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Welche Entwicklung in der Bio-Lebensmittelwirtschaft macht Euch derzeit besonders Mut – und wo muss sich mehr bewegen?

RW: Mut macht besonders, dass der Biomarkt weiterwächst. Biolebensmittel sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und es gibt Bioprodukte in Läden, die für mich vor 15 Jahren nicht denkbar waren. Mut macht auch, dass die Leute sich interessieren. Wir haben hier in Amelinghausen so viele Anfragen nach Führungen, dass wir gar nicht alle annehmen können. Häufig profitiert man als Bauer bei einer Führung mindestens genau so viel wie die Besucher. Steckt man sonst im Alltagsmodus mit allen Schwierigkeiten, spiegeln einem die Besucher, wie schön der Betrieb und die Arbeit daran ist. Ich gehe meistens beschwingt aus diesen Führungen.

Ein Problem besteht darin, dass der Markt in den Bereichen, in denen wir für gewöhnlich vermarkten, eher schrumpft. Das bedeutet für uns, dass wir entweder über einen Strategiewechsel nachdenken oder unsere eigene Geschichte noch besser erzählen müssen, so dass wir vor allem für unsere hochwertigen Molkereiprodukte unseren Anteil in einem eher schrumpfenden Markt behalten.

Wünschen würde ich mir eine Bessere Wertschätzung für die Dinge, die wir als Biobauern so nebenher noch leisten. Biodiversität, Grundwasser- und Ressourcenschutz sind nur exemplarisch genannt. Wünschen würde ich mir ebenfalls, dass sich die wirtschaftliche Lage auf den Höfen verbessert. Bei explodierenden Kosten und meist sinkenden Preise unserer Verkaufsprodukte ist das eine Sackgasse.

FW: Mut macht mir, dass Bio heute nicht mehr erklärt werden muss, um relevant zu sein. Viele Menschen erwarten gute Rohstoffe, Tierwohl, Umweltverantwortung und mehr pflanzenbasierte Angebote. Die Zukunft des Bio-Marktes entscheidet sich aber nicht nur an der Nachfrage, sondern an der Fähigkeit, Geschmack, Preis, Verlässlichkeit, Qualität und Wirkung zusammenzubringen. Gerade für Landwirtschaft und Verarbeitung ist entscheidend, dass der gesamte Weg wirtschaftlich trägt – vom Anbau über die Verarbeitung bis zum Handel. Bei der Bauck Mühle wollen wir deshalb Europas gemeinwohlorientierte Leitmarke für leckere glutenfreie und pflanzenbasierte Produkte in Bio-Qualität werden. Dafür braucht es Investitionen in Verarbeitung, Innovation und Marke. Zugleich müssen Handel und Politik Rahmenbedingungen schaffen, unter denen ökologische Landwirtschaft und gute Verarbeitung wirtschaftlich tragfähig bleiben. Bio darf nicht nur eine Haltung sein, die man auf die Verpackung schreibt; es muss im Produkt schmecken und in der Wertschöpfung tragen.

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Ihr seid Mitveranstalter und Gastgeber der Öko-Feldtage 2027: Was sind Eure Pläne für die beiden Messetage?

RW: In erster Linie will ich daran arbeiten, dass die Gäste sich willkommen fühlen. Darüber hinaus wollen wir durch Stall und Käsereiführungen auch zeigen, was wir hier machen. In einem großen Pavillon werden wir die Zusammenhänge und die Stärken der Bauckhöfe und der Bauck-Mühle erlebbar machen. Dort sind dann jederzeit Ansprechpartner persönlich für die Besucher da.

Eingerahmt von den Veggie-Foodtrucks der Bauckmühle werden die Höfe Kernprodukte von unseren Betrieben verkaufen. Freut Euch auf Grillkäse, Pommes, Bratwurst, Chicken Wings und Co.

Nicht zuletzt will ich auch das machen, was mir bei den anderen Öko-Feldtagen am besten gefallen hat: Treffen von alten Bekannten, Netzwerken und Austausch mit vielen netten Kolleg*innen. Ein konkreter Plan ist, am 16. Juni abends auf der Standparty in der FiBL-Bauck-Voelkel-Lounge zu feiern.

FW: An den beiden Messetagen wollen wir die Bauck-Welt nicht als abgeschlossene Präsentation zeigen, sondern als offene Praxis. Amelinghausen ist Gastgeber und zeigt Landwirtschaft, Tierhaltung, Käserei und Ackerbau. Die Mitarbeitenden sind vor Ort, hören zu, nehmen Fragen auf und gehen in den Dialog. Über Klein Süstedt wird die Verbindung zu Eiern, Kartoffeln, Geflügel und weiterer landwirtschaftlicher Wertschöpfung sichtbar. Stütensen ergänzt die Perspektive von Teilhabe und sozialer Verantwortung.

Ein Schwerpunkt wird die Verarbeitung in der Bauck Mühle sein. Wir wollen nachvollziehbar machen, wie Getreide in der Annahme bewertet wird, welche Reinigungsschritte und Sortierprozesse vor der weiteren Verarbeitung notwendig sind und wovon die Ausbeute abhängt. Genau über solche Fragen möchten wir mit Landwirtinnen und Landwirten, Fachleuten und allen interessierten Besuchern ins Gespräch kommen.

Außerdem präsentieren wir uns unter anderem mit unserem eigenen Foodtruck, wo wir die Gäste mit köstlichen, frisch zubereiteten Veggie-Produkten aus der Bauck Mühle versorgen. Neben diesem herzhaften Angebot planen wir darüber hinaus, an einem zweiten Stand mit Kuchen, Brownies und Co. unser süßes Sortiment anzubieten.